Der Tag, an dem ich meinem Chef fast mit Tony Stark geantwortet hätte
Es war ein ganz normaler Dienstagmorgen im Home-Office. Ich saß mit meinem dritten Kaffee vor dem Laptop, die Augenringe bis zum Kinn, und scrollte durch die To-do-Liste, die länger war als mein Lebenslauf. Mein Chef rief an – nicht per Zoom, nein, einfach so per Telefon, weil er wusste: Wenn er mein Gesicht sieht, merkt er sofort, dass ich wieder nur auf Koffein und Willenskraft laufe.
„Hey, du nimmst dir in letzter Zeit ziemlich oft frei. Zu viele Pausen, zu viele Home-Office-Tage. Wir brauchen mehr Präsenz.“
Ich atmete tief ein. In meinem Kopf spielten sich drei Szenarien ab:
- „Ja Chef, sorry, ich leg mich mehr ins Zeug.“ (Langweilig, unehrlich.)
- „Das ist mein Recht, ich bin produktiv.“ (Zu aggressiv, Karriere-Endgegner.)
- Und dann kam die innere Stimme, die manchmal zu viel Netflix geschaut hat: „Sag ihm doch einfach die Wahrheit – mit einem Augenzwinkern.“
Also sagte ich:
„Stimmt, Chef, ich gönne mir tatsächlich ab und zu eine Pause. Aber schauen Sie mal: Wenn ich ausgeschlafen bin und nicht nur auf Koffein-Antidepressiva laufe, erledige ich Aufgaben doppelt so schnell. Das ist keine Faulheit – das ist eine Investition in meine Produktivität. Wollen Sie höheren ROI? Geben Sie mir hin und wieder eine Reset-Runde, und ich komme zurück wie Tony Stark nach dem neuesten Suit-Upgrade. Deal?“
Stille am anderen Ende. Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Dann lachte er – nicht höflich, sondern richtig, aus dem Bauch heraus.
„Tony Stark, hm? Na gut, Iron Man. Aber wenn du das nächste Mal wieder mit dem Arc-Reaktor im Home-Office sitzt, schick mir ein Selfie. Und jetzt mach weiter – ich will bis Freitag die Zahlen sehen.“
Ich legte auf. Herzklopfen. Grinsen. Und plötzlich hatte ich Energie für den ganzen Tag.
Seitdem ist das unser Insider-Witz. Wenn ich mal wieder einen extra Tag brauche oder früher Feierabend mache, schreibe ich einfach: „Arc-Reaktor aufladen – bin morgen wieder voll power.“ Er antwortet mit einem Daumen-hoch-Emoji und manchmal mit einem Iron-Man-GIF.
Moral der Geschichte? Manchmal rettet nicht die perfekte Ausrede, sondern Ehrlichkeit mit einem Schuss Humor. Man muss nicht immer buckeln. Man darf auch mal sagen: „Ich bin kein Roboter. Und wenn ich einer wäre, würde ich kaputtgehen.“
Und wenn der Chef lacht – dann hast du nicht nur deinen Punkt durchgesetzt. Dann hast du vielleicht sogar einen kleinen Verbündeten gewonnen.
Wie gehst du mit solchen Gesprächen um? Hast du schon mal mit Superhelden-Referenz argumentiert? Erzähl’s in den Kommentaren – ich lese mit und grinse garantiert mit.