Mit Ltd oder Limited meint man die englische Rechtsform für Kapitalgesellschaften “Private Company Limited by Shares”, die oft als kostengünstiges Gegenstück zu einer deutschen oder österreichischen GmbH betrachtet wird.

Die recht geringen Kosten für die Errichtung einer Ltd. machen diese Rechtsform bei der Offshore-Firmengründung interessant. Ein britisches Pfund als “Mindestkapital” reicht aus, um diese Kapitalgesellschaft zu gründen. Für wenige hundert Euro führen darauf Vermittler oder Treuhänder die Eintragung durch, gegen Aufpreis werden von der Gründungsagentur im Normalfall auch “All-Inklusive-Pakete” angeboten, die von der Blitzgründung über die Ausstattung der neuen Limited mit einer Postadresse, einem Firmen-Konto, einem Telefonanschluss und anderen Betriebsmitteln in England reichen.

Der EuGH hat in der so genannten Überseering-Entscheidung die Gleichstellung von Ltd. und GmbH bestätigt und damit deutschen und österreichischen Unternehmern den Zugang zu dieser vorteilhaften Rechtsform ermöglicht.

Pflichten der Ltd.

Trotz dieser Vorteile erwachsen der frisch gegründeten Ltd auch Pflichten aus dem Betriebsstandort in England:

  • “Registered Office”, ein Firmensitz mit einer zustellfähigen Postadresse in England
  • “Annual Return”, der ein Mal pro Jahr fällige Abgleich der Firmendaten mit dem englischen Firmenregister.
  • “Accounts”, der Jahresabschluss mit Geschäftsbericht, Bilanz, GuV-Rechnung und dem ab einer bestimmten Unternehmensgröße erforderlichen Testat des Wirtschaftsprüfers.
  • “HM Revenue & Customs”, die Steuererklärung an Her Majesty.

Risiken der Rechtsform

Auf der Kehrseite dieser komfortablen Art der Geschäftsgründung stehen Risiken der Rechtsform wegen der tatsächlichen Haftungen der Geschäftsführer (Director) und Gesellschafter (Shareholder) der Ltd. im Insolvenzfall.

Kritiker bemängeln unter anderem “…dass die Limited die Gründer aufs Billigste haftungsfrei stellt und daher besonders für Gründer mit knapper Kasse geeignet wäre, ist ein deutschen Gründern gern erzähltes Märchen der wie Pilze aus dem Boden geschossenen Gründeragenturen.”